Presseinformation: Eltern und Pädagogen begrüßen Entwurf: Gemeinschaftsschule als schulstufenübergreifende Schulart im Schulgesetz

Presseinformation

Eltern und Pädagogen begrüßen Entwurf: Gemeinschaftsschule als schulstufenübergreifende Schulart im Schulgesetz

  • Verband der Schulen des gemeinsamen Lernens (GGG Berlin), das Elternnetzwerk Berliner Gemeinschaftsschule (EBG) und das Netzwerk der Pädagogen der Gemeinschaftsschule begrüßen den Referentenentwurf der Bildungssenatorin Sandra Scheeres
  • Modellversuch Gemeinschaftsschule soll im zehnten Jahr als eigene Schulart verankert werden
  • Gemeinschaftsschulen entkoppeln soziale Herkunft vom Bildungserfolg der Schüler*innen

Berlin, den 06.03.2018 Die drei Netzwerke zur Förderung der Gemeinschaftsschulen, GGG Berlin, EBG und das Netzwerk der Pädagog*innen der Gemeinschaftsschule begrüßen den am Montag vorgelegten Referentenentwurf der Bildungssenatorin zur Verankerung der Gemeinschaftsschule als schulstufenübergreifende Schulart im Schulgesetz. Nach 10 Jahren Schulmodellversuch soll die Gemeinschaftsschule nun nach dem Willen von Sandra Scheeres und den Parteien der Koalition gesetzlich gesichert werden. Bereits in 2016 bescheinigte die wissenschaftliche Studie den Erfolg der inklusiven Gemeinschaftsschulen. Ihr gelinge es besser als anderen Schularten den Bildungserfolg der Schüler*innen von der sozialen Herkunft zu entkoppeln. Leistungsstarke Schüler*innen und solche mit sonderpädagogischen Förderbedarfen lernen gemeinsam zum Vorteil für alle Lernenden.

Für Robert Giese, GGG Berlin Vorsitzender und Schulleiter der Fritz-Karsen Gemeinschaftsschule in Neukölln, sind drei Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitstudie entscheidend: „1. An den Berliner Gemeinschaftsschulen gelingt die Entkopplung des Bildungserfolges vom Geldbeutel der Eltern. 2. Schüler*innen mit Lernbehinderungen lernen an den Gemeinschaftsschulen mehr als in sonderpädagogischen Förderzentren. 3. Leistungsstärkere lernen ebenfalls mehr als in homogeneren Lerngruppen. Nötig ist es daher, alle Schulen dabei zu unterstützen, Schulen der Vielfalt zu werden“, fordert Giese.

Die Erfahrungen der letzten 10 Jahre Gemeinschaftsschulentwicklung in Berlin belegen, dass „die Fähigkeiten und Fertigkeiten aller unserer Schüler durch individuelle Förderung besser entwickelt und gefördert werden. Durch selbstständiges Lernen und die Unterstützung individueller Lernwege wird eine maximale Leistungsentwicklung ermöglicht“, betont Sabine Scholze, Schulleiterin der Grünauer Gemeinschaftsschule, stellvertretend für das Netzwerk der Pädagog*innen. „Durch die enge Zusammenarbeit der Lehrkräfte, schulischer Mitarbeiter, Schülerinnen und Schüler, Eltern und außerschulischer Partner entwickeln sich die Gemeinschaftsschulen zum demokratischen Lern- und Lebensraum. Schulen der Vielfalt benötigen künftig noch stärker eine Schülerschaft, die den gesamten Querschnitt unserer Bevölkerung abbildet – es braucht deshalb für alle Oberschulen ein Aufnahmeverfahren, das dieses garantiert“, appelliert Sabine Scholze.

„Die leidenschaftlichen und zahlreichen Diskussionsbeiträge von Schüler*innen und Eltern bei der Veranstaltung des EBG, in Kooperation mit dem Netzwerk der Pädagog*innen, am 30. Januar haben verdeutlicht, dass die Gemeinschaftsschule als eigene Schulart im Schulgesetz nach fast 10 Jahren Modellversuch längst überfällig ist. Der vorliegende Referentenentwurf hat eine Strahlkraft hinein in alle Berliner Bezirke und in andere Bundesländer. Er zeigt: Längeres gemeinsames, inklusives Lernen ohne eine Selektion nach der Grundschule, Förderung aller Begabungen in einer Schulart sind möglich und von Eltern gewünscht“, so EBG Sprecherin Carola Ehrlich-Cypra. Nachbesserungsbedarf sieht das EBG bei der vorgeschlagenen Einzugsgebiet-Regelung für die Gemeinschaftsschulen.

An den 24 Berliner Gemeinschaftsschulen, davon eine Schule in freier Trägerschaft, lernten im Schuljahr 2016/17 knapp 20.000 Schüler*innen in den Klassen 1-13, davon rund 8% der Schüler*innen mit sonderpädagogischen Förderbedarf, 44% der Schüler*innen waren von der Zuzahlung für Lernmittel befreit, 43% waren nichtdeutscher Herkunftssprache.

Über das Elternnetzwerk Berliner Gemeinschaftsschule (EBG): Das EBG ist ein Netzwerk von Eltern, deren Kinder an einer Gemeinschaftsschule von der Einschulung bis zum Schulabschluss (1-10/13) lernen. Wir verstehen die Gemeinschaftsschule als eine Schulart an der Inklusion in alle Richtungen und Mitbestimmung gelebt werden. Wir wollen bis Ende 2021 erreichen, dass die Gemeinschaftsschule eine den Berliner*innen bekannte und anerkannte Schulart ist. http://www.eb-gemeinschaftsschule.de/

Über das Netzwerk der Pädagog*innen der Gemeinschaftsschulen:

Wir sind das Arbeitsnetzwerk der 24 Berliner Gemeinschaftsschulen. Wir Schulleitungen und Pädagog*innen treffen uns regelmäßig zum Erfahrungsaustausch für eine gute, inklusive Bildung für alle Schüler*innen in allen Bezirken. Wir benennen die besonderen Bildungsherausforderungen aller Gemeinschaftsschulen.

Über die GGG Berlin – Verband für Schulen des gemeinsamen Lernens e.V.: Das Kürzel bedeutet Gemeinnützige Gesellschaft Gesamtschulen. Das bedeutet, die GGG setzt die Traditionen der Gesamtschulen fort, die „Eine Schule für alle“ zu entwickeln. Daher sind in Berlin heute überwiegend Gemeinschaftsschulen Mitglieder. Gemeinschaftsschulen können das heute besser, als die ursprünglichen Gesamtschulen, da sie mit „alle“ tatsächlich alle im schulfähigen Alter meinen, egal welcher Herkunft und mit welchem Förderbedarf Schüler*innen kommen und sie meinen auch alle vom Schulanfänger bis zum Abiturienten. Für die erfolgreiche Arbeit ist dabei eine bevölkerungsrepräsentative Zusammensetzung der Schülerschaft anzustreben. http://ggg-bund.de/index.php/laender/berlin

Pressekontakte:
Elternnetzwerk Berliner Gemeinschaftsschulen (EBG)
Carola Ehrlich-Cypra
T.: 0177 – 299 6548
info@ehrliche-texte.de

GGG Berlin
Robert Giese
Tel.(dienstl.): 030/6090010
Tel.: 030/99901522
mobil: 017620825087
robert.giese@gmx.de

Netzwerk der Pädagog*innen der Gemeinschaftsschulen
Sabine Scholze
Tel.(dienstl.) 030/6744540
Mobil: 0176 62257362
schulleitung@gruenauer-schule.de